Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit
Im Folgenden werden die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Dienstunfähigkeitsversicherung erklärt und gegenübergestellt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Art der Invalidenversicherung. Sie können sie separat oder als Zusatzversicherung zur Rentenversicherung oder zu einer Lebensversicherung abschließen. Sie erhalten eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie Ihren Beruf zu 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Es kann sich jeder versichern lassen, der den Unterhalt für sich oder auch andere Personen aufbringen muss.
Unterschied zwischen Berufs- und Dienstunfähigkeit
Die Dienstunfähigkeitsversicherung hingegen betrifft nur Beamte oder Soldaten. Diese Versicherung wird aktiv, wenn der Versicherte aus körperlichen oder geistigen Gründen seinen Dienst nicht mehr richtig ausführen kann. Die Dienstunfähigkeit muss durch ein ärztliches Gutachten festgestellt werden. Im Falle einer solchen Dienstunfähigkeit zahlt die Versicherung eine Dienstunfähigkeitsrente. Als dienstunfähig gilt der, der innerhalb einer Zeitspanne von sechs Monaten mindestens drei Monate keinen Dienst leisten konnte. Auch wird er voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten nicht wieder voll dienstfähig sein.
E ist ratsam, neben einer Dienstunfähigkeitsversicherung auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Auch wenn eine Dienstunfähigkeit vorliegt, ist die finanzielle Unterstützung der Versicherung oft nur gering. Außerdem wird eine Dienstunfähigkeitsrente nicht gezahlt, wenn der Beamte oder der Soldat als anderweitig verwendbar gilt. Das bedeutet, dass er eine andere Tätigkeit unter dem gleichen Dienstherrn ausüben kann, wenn er mindestens das gleiche Grundgehalt erhält und die neue Tätigkeit seinem gesundheitlichen Zustand entspricht. Es kann auch sein, dass ein minderwertigeres Amt angenommen werden muss, vorausgesetzt, die Tätigkeit ist im Vergleich zur bisherigen zumutbar.
Wird jedoch eine Rente gezahlt, wird sie wie folgt berechnet: Sie setzt sich aus der Besoldungsgruppe sowie dem Familienstand zusammen. Ein Beamter hat bereits nach fünf Jahren Dienst Anspruch auf eine sogenannte „amtsunabhängige Mindestversorgung“. Sie beträgt 65 Prozent der Bezüge der Besoldungsgruppe A4, das heißt ca. 1200 Euro.
Ein Rechenbeispiel soll nun verdeutlichen, warum neben einer Dienstunfähigkeitsversicherung auch eine Versicherung für Berufsunfähigkeit nötig ist. Angenommen ein Dienstunfähiger hat monatliche Ausgaben von 2000 Euro. Abzüglich des Einkommens des Ehepartners (0 Euro) und abzüglich der sonstigen monatlichen Einnahmen, zum Beispiel durch Mieten (100 Euro), bleiben 1900 Euro. Die Dienstunfähigkeitsrente beträgt nur 1200 Euro. Es bleiben also 700 Euro, die nur von der Berufsunfähigkeitsversicherung übernommen werden können. Wie man sieht, ist eine Versicherung für Berufsunfähigkeit fast unumgänglich. Nur sie kann gewährleisten, dass Sie als Beamter oder Soldat im Fall der Dienstunfähigkeit keine andere Tätigkeit ausüben müssen und finanziell abgesichert sind.
